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JAZZ PISTOLS
Superstring

(Cherrytown Records/in-akustik)

Ziemliches Kaliber, was die Jazz Pistols da abfahren. Auch auf ihrem fünften Album bietet die Formation alles, um in der internationalen Liga der Fusion-Trios ganz vorne mitzuspielen: Drei Musiker, die technisch in der Lage sind, die kniffligsten Aufgaben zu lösen, die die High-Energy-Branche des Jazz verlangt, Kompositionen, die sich nicht in der Oberflächlichkeit bloßer Zirkusnummern verlieren, und ein Klangbild, das die Abwechslung zum Programm erhebt. Letzteres ist vor allem ein Verdienst von Stefan Ivan Schäfer. Der Gitarrist ist ein perfekter Saitentechniker und Kenner der Jazz-Rock-Heroen. Die süffigen Klangbäder eines Jeff Beck sind ihm ebenso wenig fremd wie die herben Linien eines Wayne Krantz oder die flüssigen Legati eines Bill Connors, eine Prise Jimi Hendrix findet ebenfalls Platz auf seinem Gitarrenhals. Heraus kommt kein unschöpferisches Wildern in fremden Revieren, sondern ein Sound, der die Jazz Pistols kurzweilig und frisch klingen lässt. Mehr als nur Backing-Arbeit leisten dabei seine beiden Mitstreiter: Thomas Lui Ludwig an den Drums ist ein dauernd unter Strom stehendes Kraftwerk, eine polyrhythmische Groove-Maschine, die krumme Taktzahlen und Breaks mit höchster Präzision konfektioniert. Und Christoph Victor Kaiser spielt einen Bass, der wuchtig blubbernde Tieftöne pumpt, weite melodische Klangkosmen öffnet und ausgefeilte Rhythmus-Figuren ins Ohr meißelt. Zusammen ergibt dies eine Musik, die ihre Energie aus dem Mix dichter Interaktion und famoser Einzelleistungen schöpft.

Text Michael Stürm, Böblinger Bote

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