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Jazz Pistols "SUPERSTRING" Cherrytown Records

Mit der ersten CD haben die Jazz Pistols auf dem Boden Musik gemacht. Mit der zweiten sind sie zum Mond geflogen und mit der dritten wurden sie zu Wachs. Dann haben sie noch eine Live-CD nebst DVD dazwischen geschoben und jetzt endlich liegt ihr viertes Studioalbum vor. "Superstring" präsentiert das Fusion-Trio in Bestform. Die vielen Jahre des Zusammenspiels sind deutlich zu hören! Dabei sind die Jazz Pistols schon mehr als 15 Jahre unterwegs und damit nur ein paar Monate älter als der Bass Professor. Wer grundsätzlich ein Problem mit Fusion hat oder generell der Frickelmusik abgeneigt ist, sollte dringend mal in "Superstring" reinriechen, denn die Band lässt neue Töne anklingen. Blindes Runterleiern der allseits bekannten Leitern sind den Jazz Pistols fremd. Stattdessen erklingen mit jedem Track feine Kompositionen, denen man die Arbeit daran nicht unbedingt anmerkt, die aber durch Klangfülle beeindrucken. Schon der Opener besticht durch Klangteppiche, die den Set jeder Progressivband krönen. Sieben der neuen Stücke stammen aus der Feder des Gitarristen Stefan Schäfer - nach wie vor das Mastermind der Jazz Pistols. Aber Schlagzeuger Thomas Lui Ludwig und Bassist Christoph V. Kaiser tragen durch die Zusammenarbeit am Arrangement maßgeblich zum Wohlklang der CD bei. Überhaupt, diese CD klingt gut! Was bestimmt auch daran liegt, das Kaiser auch für die Aufnahmen zuständig war. Treu und beständig verlässt er sich schon seit Jahren auf den Kang seiner Fodera-Bässe, nicht ohne zwischen durch mal die Finger an einen Ritterbass zu legen. Für uns Bassisten wird die CD gleich durch zwei Bonbons versüßt: zum einen "Sex in a Pan" von Victor Wooten und zum anderen "Three Views of a Secret" von dem Bassgenie Jaco Pastorius - schöner kann man den Bass als Instrument kaum würdigen. "Superstring" - ganz einfach die beste CD der Band bis dato.

Roland Kaschube

Bass Professor - 2-2011

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